Als ich vor 10 Jahren meine Medizinrad Ausbildung begonnen hatte, war eine unserer ersten Aufgaben im Wald eine sogenannte Baummeditation zu absolvieren.
Im Kern geht es darum, alleine in den Wald zu gehen, sich einen Baum zu suchen und über grundlegende Fragen des Lebens zu meditieren, also Antworten zu Fragen der eigenen Identität und Berufung zu finden. Eine genaue Anleitung dazu finden Sie in meinem Gratis-E-Book.
Es wäre natürlich sehr praktisch, wenn man so wichtige Themen an einem schönen Nachmittag im Wald abschließend klären könnte.
Ganz so einfach ist es nach meiner Erfahrung nicht, aber eine Idee, wo die Reise hingehen könnte, kriegt man schon.

Wie es mir dabei erging

Damit Sie sich davon eine bessere Vorstellung machen können, beschreibe ich am besten wie es mir bei meiner ersten Baummeditation erging.
Als ich damals damit fertig war, hielt ich das Ganze nämlich erstmal für einen kompletten Fehlschlag. Erst bei der gemeinsamen Durchsprache am nächsten Seminartag habe ich dann ein wenig besser verstanden, auf was es ankam.
Die Idee, mir einen Baum zum Meditieren zu suchen, schien mir zunächst etwas suspekt. Baumkuschler-Witze waren mir durchaus nicht fremd. Andererseits gehörten gemeinsame Waldspaziergänge mit meiner Oma zu meinen glücklichsten Kindheitserinnerungen.
Ich hatte deshalb schon einen Lieblingswald und mir dort eine schöne alte Buche ausgesucht, die in der Nähe eines Forstwegs stand. Welche Überraschungen diese Wahl nach sich ziehen würde, konnte ich da noch nicht absehen.
Teil der Meditationsübung ist es, sich jeweils in den Süden, Norden, Westen und Osten des Baumes zu setzen, alles aufmerksam zu beobachten und gleichzeitig nach innen zu lauschen, welche Gedanken, Gefühle oder Eingaben in den Sinn kommen. Man setzt also die beobachtete Natur in Beziehung zu sich und nutzt sie zur Selbstreflexion. So klar war mir das damals allerdings nicht.

Viel los im Wald

Ich setzte mich also, wie es die Übung vorsah, zunächst auf der Südseite meiner Buche hin, machte es mir bequem und musterte die Natur mit dem Baum im Rücken und es passierte: Wenig. Wenn ich die Augen schloss, fühlte ich mich irgendwie angenehm geborgen, aber erhellende Ideen, z.B. zu der Frage „wer bin ich?“ kamen mir nicht in den Sinn. Dafür war im Außen jede Menge los. In meinem Sichtfeld kreuzte der nahe Forstweg einen weiteren und ein Motorradfahrer hatte sich dort offenbar verirrt. Jedenfalls fuhr er auf der Wegkreuzung zunächst in die eine Richtung, kam kurz darauf zurück und wählte dann einen anderen Weg. Ich notierte meine Beobachtungen und Wahrnehmungen auf einem Notizblock und setzte mich dann noch eine Weile in den Norden, Westen und Osten des Baumes. Auch dort verhielt es sich ähnlich. In der Innenschau passierte wenig bis nichts, dafür kamen dauernd Leute vorbei. Der Platz entpuppte sich als der Hauptverkehrsknotenpunkt des Waldes. Wanderer, Radfahrer, Mütter mit Kindern und Pferd. Sie sahen mich im Vorbeigehen etwas irritiert an und konnten wohl nicht so recht einordnen, warum ein Mann auf einer Isomatte da an einem Baum sitzt. Ich fühlte mich langsam etwas unbehaglich.

Der Förster

Den Abschluss bildete dann der Förster. Er parkte sein SUV auf dem Forstweg, ließ seinen Hund raus sah in meine Richtung, musterte mich und kam auf mich zu. Ich hatte also gefühlte fünf Sekunden Zeit, mich auf eine kleine Unterhaltung vorzubereiten. Vermutlich war ihm das Konzept der Baummeditation noch nicht geläufig. Er war ein netter Mann und fragte mich woher ich komme und ob ich Hilfe bräuchte. Ich verneinte und erklärte ihm, dass ich nur ein bisschen meditieren wolle. Damit gab er sich zum Glück zufrieden. Mein Rat an Sie, falls Sie die Baummeditation einmal ausprobieren wollen, ohne neue Leute kennenzulernen: Wählen Sie einen Baum fernab von Forstwegen.

Hypothesenbildung

Die Besprechung unserer Erfahrungen mit der Baummeditation beim nächsten Seminar brachte mir natürlich einige Lacher. Mehr hatte ich, ehrlich gesagt, auch nicht erwartet.
Ich wurde jedoch positiv überrascht. Ich lernte, dass die Schulung der Innenwahrnehmung etwas Übung erfordert. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass beim ersten Versuch in der Innenschau nicht allzu viel passiert. Dafür können die Beobachtungen im Außen zur Hypothesenbildung genutzt werden.
Für den Motorradfahrer bot sich dieser Erklärungsversuch an:
Er kam aus südlicher Richtung. Der Süden ist im Medizinrad der Ort des inneren Kindes mit all seinen, vielleicht zum Teil noch unverarbeiteten, Erfahrungen. Dort ist auch der Platz der Gefühle und des Vertrauens. Dann bog er Richtung Nordwesten ab, den Ort der Gesetze und des Karmas, fuhr dann wieder Richtung Süden zurück zur Kreuzung, hielt wieder inne und entschwand dann endgültig in westlicher Richtung. Der Westen ist auf dem Medizinrad der Ort des eigenen Körpers und der Liebe.
Es könnte also sein, dass mein inneres Kind noch etwas aus dem Nordwesten braucht, um Erfahrungen verarbeiten zu können, damit ich meinen Weg Richtung Westen (Körper, Liebe) fortsetzen kann.
Meine weitere Arbeit mit dem Medizinrad bestätigte diese Hypothese. Es tat meinem Beziehungsleben und meinem Körper sehr gut, nochmal einen Blick in die Kindheit zu werfen und einige Erfahrungen besser in meine Persönlichkeit zu integrieren.
Falls Sie die Baummeditation einmal selbst ausprobieren wollen finden Sie in meinem Gratis-E-Book eine ausführliche Anleitung. Natürlich unterstütze ich Sie auch gerne bei der Deutung Ihrer Erfahrungen.

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